Focusing und Lücken aus der Kindheit


Menschen haben so oft das Gefühl, dass sie mit Lücken leben.

Zum Beispiel mit Mangel an Liebe, Unterstützung, Aufmerksamkeit oder ähnliches aus der Kindheit.
Diese fehlenden Qualitäten, Gefühle und Erfahrungen haben einen großen Einfluss auf unser Leben, genauso wie auf verschiedene Situationen und auch auf unsere Beziehungen.

Es ist ziemlich frustrierend; was können wir jetzt machen?

Wir haben das Gefühl, dass wir keine Chancen haben, den Mangel auszugleichen. Unser Verstand sagt uns, dass diese Zeit vorbei ist und diese Lücken nie wieder ergänzt werden können.

Hier ist ein Zitat von Gendlin:

“Ich beobachte immer wieder, dass der Organismus die Lücken am wahrscheinlichsten ergänzt, wenn man die Aufmerksamkeit auf die körperliche Qualität des Seins mit dem, was hätte geschehen sollen, richtet”

Wir haben ein Gefühl dafür, was geschehen hätte sollen.
Der/die Begleiter/in oder der/die Therapeut/in müssen es nicht wissen. Es ist etwas, das der Organismus, der/die Klient/in oder der/die Fokusser selbst weiß oder fühlt.
Wenn wir mit einer Lücke leben, tragen wir auch eine Sehnsucht in uns, das was gefehlt hat, zu erleben.
Wenn wir im Focusing-Prozess unsere Aufmerksamkeit darauf richten, laden wir das, was ergänzt werden soll/will, ein.
Die Vergangenheit nimmt in der Gegenwart teil, jetzt gerade…
und wenn wir fokussieren, spüren wir, wie es sich jetzt anfühlt, welche Lücke da ist, was ergänzt oder was gespürt werden möchte.
Das, was blockiert und eine Lücke hinterlassen hat, bekommt jetzt einen Raum und die Gelegenheit ein Stückchen ergänzt zu werden.

Der Prozess bewegt sich in kleinen bedeutsamen Schritten.